Geothermie

Als Geothermie bezeichnet man die zumeist wirtschaftliche Nutzung, der in der äußeren Erdkruste gespeicherten Wärme. Auch Erdwärme genannt, zählt sie zu den regenerativen Energien und findet hauptsächlich Anwendung zur Beheizung von Wohnhäusern mittels einer Wärmepumpenheizung. Auch bei der Erzeugung elektrischen Stroms oder als Teil der Kraft-Wärme-Kopplung in sogenannten Blockheizkraftwerken wird zunehmend auf Geothermie als Energiequelle zurückgegriffen.

Die Existenz der geothermischen Energie ist zu einem Teil mit der gespeicherten Restwärme aus der Zeit der Erdentstehung und zum anderen mit radioaktiven Zerfallsprozessen zu erklären. Mit zunehmender Bohrtiefe steigt die Temperatur durchschnittlich um 3 Grad Celsius je 100 Metern. Erst in größeren Tiefen ab 400 bis 1000 Metern ist die Temperatur hoch genug, um die Erdwärme direkt zur Heizung oder Erzeugung elektrischen Stroms zu nutzen.

Im Gegensatz zur tiefen Geothermie wird der Wärmehaushalt im oberflächennahen Bereich maßgeblich durch die Sonneneinstrahlung beeinflusst. Um den Heizbedarf von Wohnhäusern durch Wärmepumpen zu decken ist der Bereich bis zu mehreren hundert Metern Tiefe daher gerade noch ausreichend.

Die Bedeutung der Geothermie für die Wärme- und Stromerzeugung nimmt laufend zu. Ende 2009 waren weltweit 50,6 Gigawatt an thermischer Leistung und 10,7 GW Kapazität zur Stromerzeugung installiert. Das waren 60 beziehungsweise 20 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren.

Deutschland belegt mit fast 2,5 GW an thermischer Leistung einen der vorderen Plätze bei der installierten Kapazität zur Wärmeerzeugung, auch wenn die deutlich bevölkerungsärmeren Länder Schweden und Norwegen vor uns liegen. Bei der Stromerzeugung reicht es bislang aber nur für einen Platz in den untersten Tabellenregionen, da nur wenige Megawatt installiert sind.

Auch wenn der Anteil der Geothermie an der Energieerzeugung in Deutschland noch vergleichsweise gering ist, so sind die Wachstumsaussichten hervorragend. Einer Prognose des Bundesverbands Erneuerbare Energie zufolge soll die installierte Leistung für die Stromerzeugung im Jahr 2020 bereits 625 MW betragen (gegenwärtig sind 8 MW installiert). Die Wärmebereitstellung beträgt dann 26,5 Terawattstunden (TWh), davon etwas mehr als die Hälfte aus tiefer Geothermie. 2009 waren es noch 3,5 TWh.

Erneuerbare Energien, inklusive der Erdwärme, gewinnen für die Energieversorgung zunehmend an Bedeutung. Die Erdwärme (Geothermie) ist weltweit neben der Wasserkraft- und Biomassenutzung die bedeutendste regenerative Energiequelle. Ein wesentlicher Vorteil der geothermischen Energie ist deren Verfügbarkeit unabhängig von Tageszeiten und Witterungsbedingungen.

Die Geothermie oder Erdwärme ist die im zugänglichen Teil der Erdkruste gespeicherte Wärme. Sie umfasst die in der Erde gespeicherte Energie, soweit sie entzogen und genutzt werden kann, und zählt zu den regenerativen Energien. Sie kann sowohl direkt genutzt werden, etwa zum Heizen und Kühlen im Wärmemarkt (Wärmepumpenheizung), als auch zur Erzeugung von elektrischem Strom oder in einer Kraft-Wärme-Kopplung. Geothermie bezeichnet sowohl die ingenieurtechnische Beschäftigung mit der Erdwärme und ihrer Nutzung als auch die wissenschaftliche Untersuchung der thermischen Situation des Erdkörpers.

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